Martje
Martje
Grietje
Grietje

Am 17. März 1972 liefen die beiden neuen Rettungsboote GRIETJE und MARTJE in Schilksee ein. Zwei Boote einer Serie von 12 Booten, die auf den neu eingerichteten Rettungsstationen als eine Ergänzung zu den Seenotkreuzern stationiert werden sollten. Dieses war die Geburtsstunde der Station Schilksee.

Vor diesem Datum lag eine fast zweijährige Vorbereitungszeit:
Schon 1970 zeichnete sich ab, daß beim Bau des Yachthafens in Schilksee ein neues Ballungszentrum von Sportfahrzeugen aller Art entstehen würde. Kiel, schon immer ein Mekka des Segelsports, und die Kieler Förde sind geprägt durch Berufs-, Sportschifffahrt und Marine. Allein ca. 65.000 Schiffspassagen durch den Nordostseekanal (NOK), dazu 18.000 Sportbootpassagen, Kieler Wochen mit bis zu 1.500 Teilnehmerbooten, Europa- und Weltmeisterschaften, nationale und internationale Regatten und Tourenskippertreffen und ca. 4.000 an der Förde beheimatete Sportboote aller Größen lassen ahnen, wie hoch das Verkehrsaufkommen ist. Zudem standen die olympischen Spiele 1972 bevor, deren Segelregatten im westlichen teil der Kieler Bucht ausgetragen werden sollten. Diese Konzentration von Wasserfahrzeugen aller Art führte dazu,  daß der in Laboe stationierte SK THEODOR HEUSS ständig in Anspruch genommen wurde und daher eine Entlastung für ihn ins Auge gefasst wurde.

Ein Mann der ersten Stunde und Seele der Station war der 1. Vormann Hermann Splieth. Zusammen mit den Ortsbeiräten Ahrens und Arp sowie Kapitän John Schumacher wurde ein Konzept für die Rettungsstation Schilksee entwickelt.  

Im Februar 1972 war eine Mannschaft von Freiwilligen aufgestellt.

Am 7. März 1972 wurde vom Hafenamt der Stadt Kiel mitgeteilt, dass die Rettungsstation nach Bereitstellung von entsprechenden Liegeplätzen den Betrieb aufnehmen könne.

Am 13. März 1972 fuhr Hermann Splieth zur Ewers-Werft nach Niendorf, um zusammen mit Kapitän Uwe Klein die dort gebauten Boote auszurüsten und einzufahren.

Am 17. März 1972 war es soweit. Im Geleit von SK THEODOR HEUSS lief ein Verband von 6 nagelneuen Rettungsbooten, darunter auch MARTJE und GRIETJE, zu ihren Stationen aus, und am 18. März begann für die freiwilligen Rettungsmänner der Dienst auf der Station mit den ersten Übungsfahrten auf den neuen Booten.

 

Die MARTJE machte 1973 für 1 1/2 Jahre einen Abstecher auf die Station Damp und blieb dann bis zur ihrer Außerdienststellung am 3. November 1987 in Schilksee.

Die GRIETJE versah bis zum 10. April 1990 ihren Dienst, um dann nach Übergabe an den Seenotrettungsdienst der DDR in Vitte auf Hiddensee eingesetzt zu werden.

Heute hat sie als Museumsstück einen Ehrenplatz im Schiffahrtshistorischen Institut von Peter Tamm in Hamburg an der Elbchaussee mit herrlichem Blick auf die Elbe.

Am 21. Dezember 1987 brach mit der Indienststellung von ASMUS BREMER ein neues Zeitalter ein. Die Station hatte ein größeres, schnellerer und leistungsfähigeres Boot zur Verfügung, daß einen effektiveren Einsatz gewährleistete. Ganz Abschiedsnehmen wollten und konnten wir von der alten 7 m-Klasse nicht, denn ab 4. Februar 1994 wurde die Station durch das 7 m-Rettungsboot SÜDPERD wieder verstärkt.

Asmus Bremer vor Schilksee
Asmus Bremer vor Schilksee
Südperd beim Eisbrechen im Hafen von Schilksee
Südperd beim Eisbrechen im Hafen von Schilksee

Erich LangeDie Technik der Boote wurde in all den Jahren kompetent und zuverlässig von Motormann Erich Lange betreut.

 

 

SÜDPERD leistete bis zum 1. Oktober 1999 wertvolle Dienste auf der Station. An diesem Tag wurde sie außer Dienst gestellt und ging als Museumsschiff nach Kap Arkona, wo sie vor dem Leuchtturm aufgestellt wurde.

Eltje bei einer Übung

Aus Schleswig kam am 17. September 1999 die ELTJE (II), ebenfalls ein Boot der 7-m Klasse, ursprünglich jedoch als Tochterboot ANNA für den SRK FRITZ BEHRENS und ab Februar 1990 als selbstständige operierende Einheit eingesetzt. Gegenüber den bisherigen 7-m-Booten ist die ELTJE mit vergrößertem Aufbau, Radar und einem Äußeren Fahrstand versehen.  

Asmus Bremer
Asmus Bremer

Im Spätsommer 2003 wurde die ELTJE außer Dienst gestellt.

Als Ersatz bekamen wir die MARIE LUISE RENDTE. Die MARIE LUISE RENDTE ist baugleich mit der ASMUS BREMER. Bis auf den Farbkartenplotter, der später auch in der ASMUS BREMER nachgerüstet wurde.

Station Schilksee
Station Schilksee

Im August 1999 bezogen wir das neue Stationsgebäude, es bietet ausreichend Platz für Werkstatt, Lager für Ausrüstung und Material sowie einen ansprechenden Wachraum für die Mannschaft

To top